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Wikingersturm in Europa

Wikinger

Wikingersturm in Europa

Wikingerschiffe

Es ist die Zeit Karls des Großen (747-814).

Karl der Grosse

In Europa gibt es drei Reiche. Im spanischen Raum ist es das muslimische Emirat von Cordoba, in Griechenland und in der Türkei das Byzantinische Reich (Ost-Rom) und in der Mitte, im heutigen Frankreich, Deutschland und Italien das Fränkische Reich Karls des Großen. Im Norden, also in Skandinavien, lebten die Wikinger.

Der erste Wikingersturm über Europa

Der erste Wikingersturm über Europa


Frankreichs ist erobert

Die Wikinger besiedelten vor allem das Küstengebiet in Skandinavien und vermieden es, tief in die Wälder zu ziehen. Noch zu Lebzeiten Karls griffen einige Wikinger aus dem heutigen südschwedischen Gebiet und auch von Norwegen aus, das große fränkische Reich an. Zuerst aber fielen sie über das in viele kleine Königshäuser zerstrittene England her. Sie hatten es auf die reichen Schätze abgesehen.


Ruinen von Lindisfarne

Im Morgengrauen des 8. Juni 794 überfielen sie über den Seeweg das Kloster auf der Insel Lindisfarne im Nordwesten Englands und verwüsteten das Kloster samt Umgebung. Sie machte reiche Beute und zogen genauso schnell von dannen, wie sie gekommen waren.


Dass sich so leichte Beute machen lässt, hatte sich bei den Wikingern rumgesprochen. Es folgte ein Raubzug nach dem andern. Bewaffnet mit äxten, Speeren und die reicheren Wikinger sogar mit Breitschwertern, konnten sie der christlichen Welt Angst und Bange machen. Sie griffen das Fränkische Reich von allen Seiten an. 845 zerstörten sie Hamburg und erobern Paris. Immer wieder plünderten sie die reichen Städte.

Dänen erobern England

Im Jahre 866 setzte dann ein dänisches Heer nach England über. Aber diesmal ging es um mehr. Die Wikinger suchten neues Siedlungsland. Diesmal wurde das Land nicht einfach nur überfallen, sondern auch besetzt. Der Angelsachse Alfred der Große und König von Wessex konnte die Dänen aber noch einmal abwehren.


Auch die norwegischen Wikinger waren in der Eroberung der Länder fleißig und besetzten 874 Irland um es zu besiedeln. Zusammen mit den Dänen besiedelten sie die Westküste Englands, im sogenannten Danelag. Hier bildete sich das sogenannte "Große Heer".

Die Normannen in Frankreich

Die Normannen in Frankreich
Als Karl der Große starb, zerbrach auch das riesige Frankenreich. Ideal für die Angriffe der Wikinger. Bereits 834 griffen sie die Handelstadt Dorestad an der Rheinmündung an und 845 wie schon oben erwähnt die gerade gegründete Stadt Hamburg an der Elbe. Wenig später eroberten sie Paris und verlangten ein recht üppiges Lösegeld für die Stadt. Doch sie zogen aber immer wieder ab.


Die Eroberung Frankreichs

Im Jahre 885 machte sich dann "Das Große Heer" von England aus auf, Frankreich entgültig zu besetzen. Mit 30.000 Dänen griffen sie die mit 200 Mann schwach geschützte Stadt Paris an. Aber Paris konnte gehalten werden. Nach 8 Monaten Belagerung der Stadt gaben die Wikinger auf. Für Paris natürlich ein grandioser Sieg. Doch dem "Großen Heer" der Wikinger sollte es noch schlechter ergehen. Nicht die Feinde, sondern Hunger und Krankheiten rafften es schließlich 891 dahin.
Immer mehr besiedelten vereinzelte Wikinger die Küsten Frankreichs. 911 n.Chr. überschrieb der Frankenkönig Karl der Einfältige (Woher der wohl seinen Namen hat?) dem Wikingerhäuptling Rollo Ländereien in der heutigen Normandie, die seither den Namen ihrer neuen Herren hat, den Normannen (Nordmännern). Karl dachte sich, die würden die Franken vor Angriffen der Wikinger aus England schützen.

Wilhelm der Eroberer

Wilhelm, ein Abkömmling Rollos, dem Wikinger, und wie einst dieser auch Herzog der Normandie, griff im Jahre 1066 die Angelsachsen im Süden Englands, einem noch nicht von den Wikingern besetzten Gebiet, an. Er wird in die Geschichte Englands als Wilhelm der Eroberer eingehen. Es gab noch ein Weilchen Streit zwischen Angelsachsen und Normannen, aber daraus wird dann 150 Jahre später unter König Richard I (Löwenherz) von England ein Volk werden.

In den 150 Jahren zwischen Rollo und Wilhelm passierten erstaunliche Dinge. Es wird etwas ruhiger im Westen Europas. Die Wikinger bauen immer mehr Festungsanlagen in Dänemark und auch anderswo. Gleichzeitig wird hier und da versucht, die Wikinger zu vereinen. Und die Christianisierung der Wikinger beginnt. Die grausamen Götter der Wikinger, allen voran Odin und Thor wurden gegen das Kreuz der Christen eingetauscht.
Norwegen wird im Jahre 995 vereint, und Knut der Große gründete gegen 1016 das Großdänische Nordseereich. Die Wikinger werden Könige wie auch schon vor ihnen die Franken und bauen an dem heutigen Norden Europas. Es gibt noch düstere Tage, so wird im Jahre 1050 die alte Stadt Haithabu von den Norwegern unter Knut dem Harten für immer zerstört und dann für Jahrhunderte von der Geschichte vergessen.
Die Normannen aber fuhren weiter in den Süden an der Küste Frankreichs und Spaniens entlang hinein ins Mittelmeer. Auf Sizilien (heute Italien) griffen sie dann 1061 die Araber an und eroberten die Insel. Bereits vorher lieferten sie sich Scharmützel mit dem muslimischen Cordoba im heutigen Spanien.

Wikinger erobern das Mittelmeer

Dann wurde es ruhig um die Wikinger und sie hörten auf, als solche zu existieren.
Im Westen Europas hatten die Wikinger ordentlich alles durcheinander gewirbelt, sich mit dem Fränkischen Reich Karls des Großen angelegt und später sogar mit den Arabern. Aber auch das Byzantinische Reich bekam Besuch von den Wikingern und im Osten eroberten die sogenannten Rus ein Gebiet, das später Russland heißen wird.