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Weitere Verfolgungen der Templer

Wappen der Templer

"Non nobis Domine, Domine non nobis, Domine, sed nomini, sed nomini tuo da gloriam."

AMEN

"Nicht uns, Herr, Herr nicht uns, Herr, sondern dem Namen, deinem Namen gib Ruhm."

AMEN

Weitere Verfolgungen der Templer

Der französische König forderte — warum auch immer — mit Nachdruck auf von Herrschern des Auslands die energische Bekämpfung des Ordens, hatte damit aber nur in beschränktem Umfang Erfolg. In England nahm König Eduard II., Schwiegersohn Philipps IV., sich eher halbherzig der Sache an und ließ einige wenige Templer verhaften und in der Regel vergleichsweise mild bestrafen (z. B. mit Klosterhaft) und ihre Güter dem Johanniterorden überschreiben.
In Schottland, das sich damals mit England im Krieg befand, wurde die päpstliche Bulle mit dem Aufhebungsbescheid niemals verkündet. So sollen dann auch viele Templer aus England und Frankreich nach Schottland geflohen sein und mancher Mutmaßung zufolge soll der Orden in Schottland noch mindestens vierhundert Jahre existiert haben. Als Indiz dafür wird angeführt, daß John Claverhouse, der Viscont of Dundee, der 1689 in der Schlacht von Killiecrankie seinen Tod fand, das Großkreuz des Templerordens getragen haben soll.
Auch in Lothringen gab es keine nennenswerten Verfolgungen der Templer und im übrigen Heiligen Römischen Reich drohten die Tempelritter gar mit bewaffneten Widerstand. Da aber ihr Orden aufgelöst war, schlossen sich die meisten von ihnen den Johannitern oder den Deutschherren an, ähnlich verhielt es sich in Spanien.

Noch weniger drang der französische König in Portugal mit seinen Wünschen durch. Hier sprach man die Templer von allen Vorwürfen frei und der Orden änderte bloß seinen Namen, wodurch 1318 der Christusorden entstand. Dieser Orden widmete sich vor allem der Seefahrt und zu seinen Mitgliedern gehörten bekannte Seefahrer wie Vasco da Gama und Prinz Heinrich der Seefahrer. Auch die drei Karavellen des Amerikafahrers Christoph Kolumbus führten auf ihren Segeln das Tatzenkreuz der Templer.
Alles das erlebten aber weder Jaques de Molay noch seine Verfolger Philipp IV. und Klemens V. mehr. Denn vor seiner Hinrichtung soll Jaques de Molay noch eine Verwünschung ausgestoßen haben, dernach jene beiden ihm binnen eines Jahres in den Tod folgen würden. Tatsächlich starben nur wenige Wochen bzw. Monate später erst der Papst, wie es heißt an der Ruhr, dann der König unter ungeklärten Umständen.
Dieser Fluch des Jaques de Molay gehört allerdings noch zu den „harmlosesten” Spekulationen rund um die Templer.
Quelle:
Soweit nicht gesondert erwähnt folgt die Darstellung weitgehend LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 54-69.