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Die Verfolgung der Templer

Wappen der Templer

"Non nobis Domine, Domine non nobis, Domine, sed nomini, sed nomini tuo da gloriam."

AMEN

"Nicht uns, Herr, Herr nicht uns, Herr, sondern dem Namen, deinem Namen gib Ruhm."

AMEN

Die Verfolgung der Templer

Anfang des vierzehnten Jahrhunderts war den Templern mit König Philipp IV. dem Schönen von Frankreich ein Gegner erwachsen, der für viele Ordensritter das Ende bereiten sollte. Der König war in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten und hatte in dem Orden eine starke innenpolitische Konkurrenz, saßen diese doch auf etlichen wichtigen Positionen. Auch paßte dem König das hochnäsige Gehabe der Ordensritter nicht.
Als Philipp — peinlich genug — vor dem wütenden Pariser Volk ins Ordenshaus der Templer flüchten mußte, dürfte er dort den Reichtum des Ordens mit eigenen Augen gesehen haben, so daß zu der Demütigung noch der Neid hinzugekommen sein muß, zumal die Templer dem König eine Aufnahme als Templer ehrenhalber verweigert hatten. Philipp IV. suchte darum den Orden zu vernichten und seine Besitzungen zu beschlagnahmen.

Ein erster Schritt in Richtung auf dieses Ziel war die Installation des Erzbischofs von Bordeaux als Papst Klemens V. im Jahre 1305, der seinem königlichen Förderer dafür zu Dank verpflichtet war. Philipp IV. von Frankreich ließ die Templer bespitzeln und suchte nach Möglichkeiten, dem Orden Ketzerei anzuhängen und so einen Vorwand für dessen Aufhebung zu erlangen. Dabei halfen ihm die Aussagen eines Tempelritters, der zu ihm übergelaufen war und abenteuerlich klingende Anschuldigungen erhob.
Im Oktober 1307 war es so weit. Der König hatte heimlich seine Seneschalle (Botschafter) mit geheimen Befehlen ins ganze Land entsandt. Gleichzeitig hatten die versiegelten Botschaften geöffnet zu werden und am Morgen des 13. Oktober 1307 (ein Freitag, der 13.) begann die Verhaftungswelle. Zahlreiche Templer gerieten in die Fänge der Häscher, darunter auch der Ordensgroßmeiter Jaques de Molay. Das vermutlich eigentliche Ziel der Aktion jedoch, das Vermögen des Ordens, wurde weitgehend verfehlt, denn der im Pariser Ordenshaus vermutete Schatz war verschwunden.

Die Geheimhaltung der königlichen Befehle soll mißglückt sein, denn es ist überliefert, daß Jaques de Molay kurz vor dem 13. Oktober viele Papiere des Ordens verbrennen ließ und überdies ein Rundschreiben an alle Ordensniederlassungen ergangen war, das nochmals allen Ordensmitgliedern strengstes Stillschweigen über ihre Bräuche und Rituale auferlegte. Zu dem Schatz heißt es, in der Nacht vor der Verhaftungswelle habe ein Konvoi schwerer Lastwagen Paris in Richtung La Rochelle verlassen, dem Hafen der Templer an der Atlantikküste. Die dort liegende Templerflotte, achtzehn Galeeren, sei auf Nimmerwiedersehen verschwunden. Es wird dazu allerlei spekuliert.

Quelle:
Soweit nicht gesondert erwähnt folgt die Darstellung weitgehend LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 54-69.