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Marienquelle

Marienquelle

Marienquelle in Templin bei Caputh


Uferstraße am Forsthaus Templin 1932

Schon die beiden prachtvollen Platanenreihen,
die die Uferstraße am Forsthaus Templin plötzlich in eine Allee verwandeln, lassen ahnen, daß man hier einen besonderen Ort passiert.
Der Templin,
eine kleine in den Templiner See vorspringende Landzunge gegenüber dem Forsthaus Templin (heute ein Restaurant) war bereits slawische Siedlung. östlich des Sees steigt das Gelände bis zu den beiden Ravensbergen an, mit 114 und 110 Metern die höchsten Erhebungen im Bereich der Zauche-Hochfläche. Das Gebiet ist reich an Quellen.
Templiner Marienquelle

Die Marienquelle bei Templin


Lenné hatte die reizvoll gelegene Landzunge Templin,
auf der sich damals Reste einer alten Bleiche und ein kleines Gut befanden,1833 in seine Landschaftverschönerungspläne für Potsdam einbezogen. Nachdem ein Brand die Anlagen weitgehend zerstört hatte und nur das Forsthaus jenseits der Straße wieder neu errichtet worden war, kaufte Friedrich Wilhelm IV. 1842 Templin mit der Absicht, das Gelände durch Stüler neu gestalten zu lassen. Aus den Plänen wurde nichts. Der König ließ jedoch zwischen 1847 und 1849 in einer Art Arbeitsbeschaffungsprogramm die dicht am See entlangführende Templiner Straße von den armen arbeitslosen Nowaweser Webern befestigen.
Hinter dieser Maßnahme
steckten jedoch neben sozialen Beweggründen auch andere Ideen. Die Quellen diese Gegend hatten den romantisch veranlagten König inzwischen inspiriert: Er glaubte, hier in den Bergen der Potsdamer Heide, seiner Jerusalembegeisterung Ausdruck verleihen zu können. Bereits 1846 hatte der König Ludwig Ferdinand Hesse mit der Anlage einer Springquelle mit Teich nach Vorbild der Quelle zu Bethesda in Jerusalem beauftragt.
Das Monument,
ein Baldachin mit der Skulptur eines Genius als Pilger im antiken Gewand ist zerstört; sein Standort lag vermutlich an den Quellen südlich der Ravensberge. 1852 betraute Friedrich Wilhelm IV. August Stüler mit einer ähnlichen Aufgabe. Er sollte die Templiner Quelle als Wildtränke einfassen. Auch Stüler plante zunächst eine ädikula mit einer antikisierenden Gewandfigur.
Der stark religiöse König
wünschte jedoch eine Quellfassung nach dem Vorbild des Grabes der Maria im Kidrontal in Jerusalem. Das Jerusalemer Mariengrab hatte nach Eroberung der Stadt durch die Kreuzritter um 1150 eine frühgotische Fassade erhalten. An diese lehnt sich die ebenfalls in einer kleinen Senke liegende Marienquelle bei Templin stilistisch eng an. Die typischen Elemente dieser Architektur, die dreifache Einfassung des Spitzbogeneingangs mit einer Rechteckrahmung und zwei auf Säulen ruhenden flachen Spitzbögen setzte Stüler in eine sehr gestraffte, der norddeutschen Backsteinarchitektur angepaßte Form um.
Ursprünglich
sollten die Flanken nicht in einer Ebene mit dem Portal stehen, sondern nach vorne abgewinkelt werden, um der Quelle mehr Tiefenwirkung zu geben. Friedrich Wilhelm IV. wünschte jedoch eine breite Schauwand und auch mehr Farbigkeit der Ziegel. Die kurz vor dem Ortseingang von Caputh liegende Quelle ist längst versiegt. Das Becken hat sich inzwischen in einen seichten Tümpel verwandelt.