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Der 2. Kreuzzug von 1146 bis 1147

  1. Erster Kreuzzug: 1096–1099, Ziel: Jerusalem
  2. Volkskreuzzug: 1096, Ziel: Jerusalem
  3. Deutscher Kreuzzug von 1096, Ziel: eigentlich Jerusalem
  4. Kreuzzug von 1101: Ziel: Jerusalem
  5. Kreuzzug Sigurds von Norwegen: 1108–1111, Ziel: Jerusalem/Sidon
  6. Zweiter Kreuzzug: 1147–1149, Ziel: eigentlich Edessa, letztlich Damaskus
  7. Wendenkreuzzug: 1147, Ziel: Germania Slavica
  8. Dritter Kreuzzug: 1189–1192, Ziel: Jerusalem
  9. Kreuzzug Heinrichs VI.: 1197–1198, Ziel: Jerusalem
  10. Vierter Kreuzzug: 1202–1204, Ziel: eigentlich Ägypten/Jerusalem, letztlich Konstantinopel
  11. Kinderkreuzzug: 1212, Ziel: Jerusalem
  12. Albigenserkreuzzug: 1209–1229, Ziel: Okzitanien
  13. Fünfter Kreuzzug:
    1. Kreuzzug von Damiette: 1217–1221, Ziel: eigentlich Jerusalem, letztlich Ägypten
    2. Kreuzzug Friedrichs II.: 1228–1229, Ziel: Jerusalem
    3. Kreuzzug Theobalds IV. von Champagne: 1239–1240, Ziel: Askalon/Damaskus
    4. Kreuzzug Richards von Cornwall: 1240–1241, Ziel: Askalon/Jerusalem
  14. Sechster Kreuzzug: 1248–1254, Ziel: Ägypten/Jerusalem
  15. Hirtenkreuzzug von 1251: Ziel: eigentlich Ägypten
  16. Siebter Kreuzzug: 1270, Ziel: Tunis/Jerusalem
  17. Kreuzzug des Prinzen Eduard: 1270-1272, Ziel: Akkon/Jerusalem
  18. Aragonesischer Kreuzzug: 1284–1285, Ziel: Girona
  19. Hirtenkreuzzug von 1320: Ziel: eigentlich Andalusien
  20. Kreuzzug gegen Alexandria: 1365, Ziel: Ägypten
  21. Kreuzzug gegen Mahdia: 1390, Ziel: Eindämmung der Piraterie
  22. Kreuzzug von Nikopolis: 1396, Ziel: Eindämmung des osmanischen Vordringens in Europa

Der 2. Kreuzzug von 1146 bis 1147

Inhaltsverzeichnis
  1. Ursachen des zweiten Kreuzzuges
  2. Beginn des Kreuzzuges
  3. Kämpfe in Kleinasien
  4. Die Belagerung von Damaskus
  5. Folgen des zweiten Kreuzzuges
Der Fall von Edessa

Der Fall von Edessa

Der Zweite Kreuzzug war ein von der Kirche geförderter Kriegszug zur Entlastung der Kreuzfahrerstaaten, der durch den Verlust der Grafschaft Edessa im Jahre 1144 veranlasst wurde. Er begann 1147 und endete nach mehreren Niederlagen der Kreuzfahrer im Jahre 1149 ergebnislos.


  1. Ursachen des zweiten Kreuzzuges
  2. Zwischen den in Folge des ersten Kreuzzuges gegründeten Kreuzfahrerstaaten kam es recht schnell zu Konflikten, oftmals kriegerischer Art. Zudem war das normannische Fürstentum Antiochia in ständige Kämpfe mit dem Byzantinischen Reich verwickelt, bis es im Jahre 1138 unter byzantinische Oberhoheit geriet. Die Uneinigkeit der Kreuzfahrerstaaten und ihre daraus resultierende Schwäche wurde von Emir Zengi von Mossul im Jahre 1144 dazu genutzt, Edessa zu erobern und alle Franken in der Stadt zu töten. Dadurch gerieten die verbliebenen Kreuzfahrerstaaten in Bedrängnis. Auf der anderen Seite steigerte der erste vernichtende Schlag gegen einen Kreuzfahrerstaat den Kampfeswillen der Moslems.
    Diese Entwicklung ließ einen weiteren Kreuzzug notwendig erscheinen. Von dem Zisterzienser-Abt Bernhard von Clairvaux beeinflusst, rief Papst Eugen III. deshalb im Dezember 1145 zu einem zweiten Kreuzzug auf. Durch das zähe Drängen von Bernhard von Clairvaux konnten der französische König Ludwig VII. und der deutsche König Konrad III. schließlich dazu bewogen werden, diesen Kreuzzug zu organisieren und dessen Führung zu übernehmen. Bernhard von Clairvaux wandte sich gezielt an den Adel, um die Ausschreitungen der Volkskreuzzüge zu vermeiden. Mindestens genauso wichtig wie die eigentliche Kreuzzugspredigt waren Bernhards Bemühungen um den Ausbau des Templerordens, des ersten christlichen Ritterordens, der 1120 in Jerusalem gegründet worden war, zunächst aber nur geringe Bedeutung hatte.

  3. Beginn des Kreuzzuges
  4. Im Mai 1147 erfolgte der Aufbruch Konrads III. in Regensburg, während Ludwig VII. wenige Wochen später von Paris aus aufbrach. Den Kreuzritterheeren folgte eine große Zahl unbewaffneter, einfacher Leute. Unterwegs kam es zu Plünderungen und Ausschreitungen, unter denen besonders die jüdischen Gemeinden zu leiden hatten. Hinter den Exzessen des Ersten Kreuzzugs blieben sie aber zurück. Ein Teil der deutschen Kreuzfahrer reiste nicht in Richtung Palästina, sondern ging gegen die slawischen Wenden vor, welche nordöstlich des Reiches siedelten. Dieser so genannte Wendenkreuzzug wurde von der Kirche als solcher anerkannt und den Teilnehmern der Ablass gewährt.
    Das eigentliche deutsche Kreuzfahrerheer traf mehrere Wochen vor den Franzosen in Konstantinopel ein. Anstatt auf die französischen Kontingente zu warten, setzten die Truppen Konrads recht schnell nach Kleinasien über. Im selben Jahr brach eine mit englischen, flämischen und deutschen Kreuzfahrern bemannte Flotte in Richtung Iberische Halbinsel auf, wo mit ihrer Hilfe die Eroberung Lissabons von den Mauren gelang.

  5. Kämpfe in Kleinasien
  6. In Kleinasien angekommen, teilte sich das Kreuzfahrerheer Konrads. Die unbewaffneten Teilnehmer des Kreuzzuges wählten eine Route entlang der kleinasiatischen Küste, während Konrad mit seinen Truppen direkt durch Kleinasien reiste. Konrads Heer wurde schnell in Kämpfe mit den türkischen Seldschuken verwickelt, die in der schweren Niederlage für die Kreuzritter im Oktober 1147 bei Doryläum gipfelten. Konrad floh mit seinen verbliebenen Truppen nach Nicäa. Ein Großteil der an der Küste entlang gereisten Kreuzfahrer wurde von den Seldschuken bei Laodikeia umgebracht.
    Ungefähr einen Monat später trafen die Franzosen unter König Ludwig VII. ein und brachen gemeinsam mit den verbliebenen Truppen Konrads III. von Nicäa aus auf. Als das Kreuzfahrerheer Ende 1147 Ephesos erreicht hatte, erkrankte Konrad und reiste zurück in das sichere Konstantinopel. Die Franzosen zogen weiter und wurden bei Laodikeia von den Seldschuken angegriffen, wobei sie schwere Verluste erlitten. Die restlichen französischen Truppen kämpften sich bis zur Stadt Attaleia durch, von wo aus sie nach Antiochia übersetzten.

  7. Die Belagerung von Damaskus
  8. Konrad war inzwischen genesen und nahm im März 1148 den Seeweg nach Palästina. Im Juni 1148 traf Konrad mit Ludwig in Akkon zusammen, wo über das weitere Vorgehen beraten wurde. Edessa war von Emir Nur-ad-Din - Sohn des 1146 verstorbenen Zengi - fast vollständig zerstört worden, weshalb die Stadt als Angriffsziel ausschied. Konrad, Ludwig und König Balduin III. von Jerusalem beschlossen einen Angriff auf Damaskus, obwohl sich die Stadt gegenüber den Kreuzfahrerstaaten neutral verhielt und zu den Gegnern Nur-ad-Dins zählte. Allerdings lag die Stadt in erreichbarer Nähe und bot angesichts ihres Reichtums ein lohnendes Ziel. Die Belagerung begann im Juli 1148.
    Angesichts dieser Bedrohung beschlossen die buridischen Herrscher der Stadt, ihren bisherigen Feind Nur-ad-Din um Hilfe zu bitten. Als der Emir mit einem Entsatzheer nahte, mussten die durch Wassermangel und Uneinigkeit der Befehlshaber geschwächten Kreuzfahrer die Belagerung nach nur wenigen Tagen abbrechen. Enttäuscht verließ Konrad III. im September Palästina. Im April 1149 kehrte Ludwig VII. nach Frankreich zurück, ohne etwas bewirkt zu haben.

  9. Folgen des zweiten Kreuzzuges
  10. Der unüberlegte Angriff auf Damaskus führte dazu, dass sich der Islam immer stärker zusammenschloss und die Kreuzfahrerstaaten massiver angriff, während auf christlicher Seite immer deutlicher wurde, dass sich die nationalen Interessen der Kreuzfahrer nicht mit der universalen Idee der Kreuzzüge in Einklang bringen ließen. So haben Unstimmigkeiten zwischen Ludwig VII. und Konrad III. zu einem nicht unerheblichen Teil dazu geführt, dass der zweite Kreuzzug komplett scheiterte.
    Insbesondere das Bündnis Ludwigs mit dem Normannenherzog Roger II. von Sizilien sorgte für Spannungen, da Roger erst kurz zuvor Süditalien von Byzanz erobert hatte, aus Sicht von Byzanz also genauso ein Gegner war wie die islamischen Angreifer im Süden. Konrad hingegen fühlte sich als Schwager des Kaisers dem Byzantinischen Reich verbunden. Die Kreuzzugsbegeisterung sank nach dem gescheiterten zweiten Kreuzzug in Europa stark. Erst als die Bedrohung für die Kreuzfahrerstaaten immer akuter wurde und schließlich im Jahre 1187 Jerusalem wieder an die Moslems fiel, waren wieder zahlreiche Christen bereit, das Kreuz zu nehmen.