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Der Kreuzzug von 1101

  1. Erster Kreuzzug: 1096–1099, Ziel: Jerusalem
  2. Volkskreuzzug: 1096, Ziel: Jerusalem
  3. Deutscher Kreuzzug von 1096, Ziel: eigentlich Jerusalem
  4. Kreuzzug von 1101: Ziel: Jerusalem
  5. Kreuzzug Sigurds von Norwegen: 1108–1111, Ziel: Jerusalem/Sidon
  6. Zweiter Kreuzzug: 1147–1149, Ziel: eigentlich Edessa, letztlich Damaskus
  7. Wendenkreuzzug: 1147, Ziel: Germania Slavica
  8. Dritter Kreuzzug: 1189–1192, Ziel: Jerusalem
  9. Kreuzzug Heinrichs VI.: 1197–1198, Ziel: Jerusalem
  10. Vierter Kreuzzug: 1202–1204, Ziel: eigentlich Ägypten/Jerusalem, letztlich Konstantinopel
  11. Kinderkreuzzug: 1212, Ziel: Jerusalem
  12. Albigenserkreuzzug: 1209–1229, Ziel: Okzitanien
  13. Fünfter Kreuzzug:
    1. Kreuzzug von Damiette: 1217–1221, Ziel: eigentlich Jerusalem, letztlich Ägypten
    2. Kreuzzug Friedrichs II.: 1228–1229, Ziel: Jerusalem
    3. Kreuzzug Theobalds IV. von Champagne: 1239–1240, Ziel: Askalon/Damaskus
    4. Kreuzzug Richards von Cornwall: 1240–1241, Ziel: Askalon/Jerusalem
  14. Sechster Kreuzzug: 1248–1254, Ziel: Ägypten/Jerusalem
  15. Hirtenkreuzzug von 1251: Ziel: eigentlich Ägypten
  16. Siebter Kreuzzug: 1270, Ziel: Tunis/Jerusalem
  17. Kreuzzug des Prinzen Eduard: 1270-1272, Ziel: Akkon/Jerusalem
  18. Aragonesischer Kreuzzug: 1284–1285, Ziel: Girona
  19. Hirtenkreuzzug von 1320: Ziel: eigentlich Andalusien
  20. Kreuzzug gegen Alexandria: 1365, Ziel: Ägypten
  21. Kreuzzug gegen Mahdia: 1390, Ziel: Eindämmung der Piraterie
  22. Kreuzzug von Nikopolis: 1396, Ziel: Eindämmung des osmanischen Vordringens in Europa

Der Kreuzzug von 1101

Inhaltsverzeichnis


  1. Die Lombarden
  2. Schlacht von Mersivan
  3. Die Nivernaiser
  4. Die Franzosen und die Bayern
  5. Wirkung

Kreuzzug von 1101


Der Kreuzzug von 1101 war ein kleinerer Kreuzzug, der tatsächlich aus drei verschiedene Bewegungen bestand, die nach dem erfolgreichen Ersten Kreuzzug organisiert wurden.
Der Erste Kreuzzug erzeugte einen Ruf nach Verstärkung aus dem neu errichteten Königreich Jerusalem, und Papst Paschalis II., Nachfolger von Urban II.(der starb, bevor er erfuhr, welches Ergebnis sein Aufruf gehabt hatte) drängte auf einen neuen Feldzug. Er sprach insbesondere die an, die ein Kreuzzugsgelübde geleistet hatten, aber nicht aufgebrochen waren, und diejenigen, die umgekehrt waren, bevor sie Jerusalem erreicht hatten. Einige dieser Leute waren bereits wieder zuhause und sahen sich dort der Verachtung und einem enormen Druck ausgesetzt, in den Osten zurückzukehren. Adela von Blois, die Ehefrau von Stephan II. von Blois, war so beschämt über die Flucht ihres Mannes von der Belagerung Antiochias 1098, dass sie ihm nicht erlaubte, zuhause zu bleiben.


  1. Die Lombarden
  2. Im September 1100 verließ eine große Gruppe Lombarden Mailand, zumeist im Kampf ungeübte Kleinbauern, die vom Erzbischof von Mailand angeführt wurden.Als sie das Gebiet des Byzantinischen Reichs erreicht hatten, plünderten sie unbekümmert das Land, so dass der byzantinische Kaiser Alexios I. Komnenos sie bis zu einem Lager außerhalb Konstantinopels eskortieren ließ. Von dort aus brachen sie in die Stadt auf, wo sie den Blachernae-Palast plünderten. Der Kaiser ließ die Lombarden schnell auf die andere Seite des Bosporus bringen, wo sie sich bei Nikomedia niederließen, um auf Verstärkung zu warten.
    In Nikomedia stieß im Mai eine kleinere, aber besser bewaffnete Gruppe von Franzosen, Burgundern und Deutschen unter Stephan von Blois, Stephan I. von Burgund, Odo von Burgund und Konrad, dem Konstabler des Kaisers Heinrich IV. zu ihnen. Hinzu kam noch Raimund IV. von Toulouse, einer der Anführer des Ersten Kreuzzugs, der nun in Diensten des byzantinischen Kaisers stand und nun zum obersten Anführer ernannt wurde. Alexios ließ sie von einer Truppe petschenegischer Söldnern unter dem Kommando des General Tzitas begleiten.
    Ende Mai marschierte diese Menschenmenge Richtung Doryläum, wobei sie der Route folgten, die Raimund und Stephan bereits 1097 gewählt hatten. Sie planten, ihren Weg über Iconium fortzusetzen, aber die Lombarden, deren Pöbel alle anderen Kontingente an Zahl übertraf, waren entschlossen, nördlich nach Niksar zu gehen, wo Bohemund von Tarent von den Danischmenden festgehalten wurde. Nach der Eroberung Ankaras am 23. Juni und der Rückgabe der Stadt an Alexios, wandten sich die Kreuzfahrer nach Norden, wo sie fast sofort von den Seldschuken angegriffen wurden. Die Türken schikanierten die Kreuzfahrer wochenlang, eine Gruppe, die Lebensmittel besorgte, wurde im Juli bei Kastamonu vernichtet.


  3. Schlacht von Mersivan
  4. Die Lombarden erkannten ihren Fehler, die ganze Armee wandte sich nach Osten und fiel in das Gebiet der Danischmenden ein. Die Seldschuken unter Kilij Arslan I., der wusste, dass ihre Uneinigkeit der Grund dafür war, dass sie den Ersten Kreuzzug nicht stoppen konnten, verbündeten sich nun mit den Danischmenden und Ridwan von Aleppo. Anfang August trafen die Kreuzfahrer auf die alliierten muslimischen Truppen bei Mersivan. Die Kreuzfahrer waren in fünf Gruppen aufgeteilt: Burgunder, Raimund und die Byzantiner, die Deutschen, die Franzosen und die Lombarden. Die Lombarden als Vortrupp wurden geschlagen, die Petschenegen desertierten, die Franzosen und die Deutschen mussten sich zurückziehen.
    Raimund wurde auf einem Felsen umstellt und von Stephan und Konrad gerettet. Die Schlacht ging am nächsten Tag weiter, das Lager der Kreuzfahrer wurde erobert, die Ritter flohen und ließen Frauen, Kinder und Priester zurück, die getötet oder versklavt wurden. Die meisten Lombarden, die keine Pferde hatten, wurden bald von den Türken aufgespürt und getötet. Raimund, Stephan von Blois und Stephan von Burgund flohen nach Sinope im Norden und kehrten mit einem Schiff nach Konstantinopel zurück.


  5. Die Nivernaiser
  6. Kurz nachdem die Lombarden Nicomedia verlassen hatten, kam eine weitere Armee unter Wilhelm II. von Nevers in Konstantinopel an. Sie hatten von Bari aus über die Adria gesetzt und das Byzantinische Reich durchquert, ohne dass es zu Zwischenfällen gekommen wäre. Wilhelm brach schnell wieder auf, um auf die anderen zu treffen, fand sie aber nicht, obwohl beide Armeen mehrmals sehr nahe beieinander gewesen sein müssen. Er belagerte kurz Konya, konnte es aber nicht erobern, und geriet bald darauf bei Herakleia in einen Hinterhalt Kilij Arslans, der soeben die Lombarden in Mersivan geschlagen hatte und darauf drängte, diese neue Armee so schnell wie möglich ebenfalls zu vertreiben. Bei Heraklea wurde fast die ganze Truppe Wilhelms ausgelöscht, mit Ausnahme von Wilhelm und einigen seiner Leuten.


  7. Die Franzosen und die Bayern
  8. In dem Moment, in dem Wilhelm II. Konstantinopel verließ, traf dort eine dritte Armee ein, die unter dem Befehl von Wilhelm IX. von Aquitanien, Hugo von Vermandois (einer derjenigen, die ihr Gelübde aus dem Ersten Kreuzzug nicht erfüllt hatten) und Welf IV. von Bayern stand. In ihrer Begleitung war Ida von österreich, die Mutter Leopolds III. von österreich. Sie hatten auf dem Weg byzantinisches Gebiet geplündert und waren schon dabei, mit den petschenegischen Söldnern in Konflikt zu geraten, als Wilhelm und Welf eingriffen.


  9. Wirkung
  10. Wilhelm von Nevers floh auch nach Tarsus, wo er sich den anderen überlebenden anschloss. Raimund von Toulouse traf später ebenfalls ein. Unter seinem Kommando eroberten sie dann mit genuesischer Hilfe Tortosa, doch war der Kreuzzug jetzt mehr eine Pilgerreise. Ende 1101 wurde Antiochia erreicht, Ostern 1102 Jerusalem. Danach gingen viele von ihnen einfach wieder nach Hause, da sie ihr Gelübde erfüllt hatten, andere halfen König Balduin I. bei der Verteidigung des Landes gegen eine ägyptische Invasion bei Ramla. Stephan von Blois wurde in dieser Schlacht getötet, wie auch Hugo von Lusignan, Ahnherr der späteren Dynastie Lusignan in Jerusalem und Zypern. Joscelin von Courtenay blieb auch im Land und wurde 1118 Graf von Edessa.
    Die Niederlage der Kreuzfahrer erlaubte Kilij Arslan, seine Hauptstadt nach Konya zu verlegen. Darüber hinaus überzeugte sie die muslimische Welt, dass die Kreuzfahrer durchaus nicht unschlagbar waren, wie es noch während des Ersten Kreuzzugs geschienen hatte. Die Kreuzfahrer und Byzantiner machten den jeweils anderen für die Niederlage verantwortlich, keiner von beiden war aber in der Lage, eine sichere Route durch Anatolien zu gewährleisten, wo Kilij Arslan seine Stellung nunmehr gestärkt hatte.
    Die einzige offene Route ins Heilige Land war die über See, wovon wiederum die italienischen Städte profitierten. Das Fehlen der sicheren Straßenverbindung kam auch dem Fürstentum Antiochia zugute, wo Tankred, der für seinen Vetter Bohemund regierte, seine Macht ohne Störungen aus Byzanz konsolidieren konnte.
    Sowohl der Zweite als auch der Dritte Kreuzzug erlitten bei ihren Versuchen, Anatolien zu durchqueren, ein ähnliches Schicksal wie der Kreuzzug von 1101.