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Die Kreuzzüge von 1096 bis 1270

Die Kreuzzüge von 1096 bis 1270

Die Kreuzzüge waren eine militärische Expedition,

die zwischen 1095 und 1279 von westeuropäischen Christen gewöhnlich auf die Bitte eines Papstes durchgeführt wurden. Ihr Zweck bestand aus der Rückeroberung von Jerusalem und anderen palästinensischen Pilgerstätten, die den Christen als 'Heiliges Land' bekannt waren, aus moslemischer Kontrollherrschaft.

Der Ursprung der Kreuzzüge

wurzelte in einer wachsenden Alarmbereitschaft innerhalb der Christen, nachdem Syrien und Palästina in der Mitte des 11. Jahrhunderts durch die moslemischen seldschuken Türken erobert worden waren. Darüber hinaus boten die Kreuzzüge eine Stütze für diejenigen Päpste, die eine Ausweitung ihrer Macht anstrebten. Ritter und Edelmänner nutzten sie zur Vermehrung von Grundeigentum und Händler erhielten durch sie einen reichen kommerziellen Ansporn.

Kreuzritter
Die Kreuzzüge begannen 1095,

als Papst Urban II die moralische Notwendigkeit eines Planes zur Teilnahme von westeuropäischen Edelleuten und Rittern predigte, um den byzantinischen Kaiser und seine Arme beim Gegenangriff gegen die Seldschuken zu unterstützen.

Fünf Hauptheere wurden schließlich im Spätsommer 1096 zusammengestellt

und in den Ersten Kreuzzug ausgesandt. Die Heere erreichten Konstantinopel im späten 1096 und frühen 1097. Während des Jahres 1097 vernichteten die Kreuzritter nahezu das gesamte Hauptheer der anatolischen Seldschuken bei Dorylaeum. Sie eroberten 1098 Antiochia im Norden Syriens. 1099 nahmen sie Jerusalem im Sturm ein und ermordeten nahezu jeden Einwohner. Bald darauf kehrten die meisten Kreuzfahrer nach Europa zurück, wobei sie nur einen Bruchteil der ursprünglichen Streitkräfte zur Sicherung der westeuropäischen Kontrolle in den eroberten Gebieten zurück ließen.

Kreuzritter
Die Siege des Ersten Kreuzzuges wurden überwiegend nur möglich,

durch die Isoliertheit und relative Schwäche der islamischen Streitmacht. Die Generation nach dem Ersten Kreuzzug erlebte jedoch den Anfang einer islamischen Wiedervereinigung im Mittleren Osten. Islamische Kampftruppen nahmen die Stadt Edessa 1144 ein und zerstörten den Status der Kreuzritter innerhalb dieser Region. Die päpstliche Antwort hierauf bestand in der Erklärung des Zweiten Kreuzzuges im Jahre 1145.
Während dieses Kreuzzuges geriet ein deutsches Heer in einen Hinterhalt in Anatolien, aus dem nur wenige entkamen. Ein französisches Heer erlitt ebenfalls ernsthafte Zwischenfälle während ihrer Reise. Nur ein geringer Anteil der Ritter erreichte Jerusalem im Jahre 1148. Nach einem mißglückten Versuch, die Stadt Damaskus einzunehmen, kehrte der Rest des französichen Heeres nach Hause zurück.

Kreuzritter
Im weiteren Verlauf nach dem mißglückten Zweiten Kreuzzug

fegten im Jahr 1187 ägyptische Truppen unter der Führung des moslemischen Sultans Saladin durch die meisten Festungen der Kreuzritter. Jerusalem wurde im Oktober übergeben. Papst Gregor VIII verkündete hierauf den Dritten Kreuzzug, der jedoch hinsichtlich der Rückeroberung Jerusalems versagte. Allerdings gelang es, Saladin eine Kette von Städten an der Küste des Mittelmeeres abzuringen. Dieses Königreich bestand bis zum kommenden Jahrhundert.
Der Vierte Kreuzzug (1202-1204) wurde mit finanziellen Schwierigkeiten geplagt. In der Absicht, diese zu lindern, griffen die Heeresführer Konstantinopel an und plünderten es.

Der Fünfte Kreuzzug (1217-1221)

zerfiel nach einem mißglückten Angriff auf die ägyptische Hauptstadt Kairo.
In der Zwischenzeit schwor der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Friedrich II im Jahre 1215 einen neuen Kreuzzug anzuführen, aber aus innenpolitischen Gründen verschob er seinen Aufbruch immer wieder. Daraufhin wurde er vom Papst exkommuniziert. Unverzagt schiffte sich Friedrich jedoch 1228 in Richtung 'Heiliges Land' ein. Dort führte er einen sehr ungewöhnlichen Kreuzzug, der überwiegend aus reinen diplomatischen Verhandlungen mit dem ägyptischen Sultan Al-Kamil bestand.
Diese endeten in einem Vertrag, der den Kreuzrittern Jerusalem wieder übergab und garantierte ihnen darüber hinaus eine zehnjährige Atempause vor neuen Angriffen.

Kreuzritter
Die nächste größere Expedition

im Mittleren Osten wurde durch den französischen König Ludwig IX organisiert und finanziert, nachdem Moslems Jerusalem im Jahre 1244 zurückerobert hatten. Ludwig wurde 1250 währen des Angriffs auf Kairo gefangengenommen und mußte eine hohe Summe Lösegeld bezahlen, um wieder freigelassen zu werden. Währenddessen fiel eine Festung nach der anderen aus dem Besitz der Kreuzritter zurück an die neue und energische Mamelucken Dynastie.


Kreuzritter

Die Antwort auf die wiederholten Hilferufe europäischer Könige und Edelleute nach weiteren Kreuzzügen war sehr schwach. Spätere Expeditionen erreichten wenig.


Die hauptsächlichen Auswirkungen der Kreuzzüge

wurden in Europa spürbar, nicht im Mittleren Osten. Die Kreuzzüge unterstützten den Handel italienischer Städte, weckten Interesse an einer weiteren Erforschung Asiens und etablierten Handelszentren von dauerhafter Wichtigkeit. Methoden, um Steuern zur Finanzierung der Kreuzzüge einzutreiben, führten zu einem System von direkter und genereller Besteuerung. Außerdem wurden Mechanismen zur Kolonisation entwickelt und auf die europäischen Forschungsreisen im 15. und 16 Jahrhundert übertragen.