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Baphomet Götze der Tempelritter

Wappen der Templer

"Non nobis Domine, Domine non nobis, Domine, sed nomini, sed nomini tuo da gloriam."

AMEN

"Nicht uns, Herr, Herr nicht uns, Herr, sondern dem Namen, deinem Namen gib Ruhm."

AMEN

Baphomet Götze der Tempelritter

Die Tempelritter sollen einen Gtzen namens Baphomet angebetet haben. Was dieser Baphomet gewesen sein könnte, ist unsicher.
Das als Haupt des Baphomet bezeichnete angebliche Ritualobjekt der Templer wurde auf verschiedene Weise beschrieben. Es soll statt der Augen glühende Karfunkel gehabt haben, mehrere Gesichter, Tierform usw. Von ihm sei eine magische Kraft ausgegangen und mancher Templer sei bei seinem Anblick in tiefste Verwirrung geraten und in Zittern verfallen. Durch das Tragen der um dieses Haupt gelegten Schnur als Gürtel habe der Träger etwas von dieser Kraft angenommen. Das Haupt wurde als Verkörperung Mohammeds, Allahs, des christlichen Schpfergottes, des Teufels und so fort gedeutet. (ZACHARIAS, 104) Mancher der Tempelritter soll auch gestanden haben, man habe einen riesigen, Baphomet genannten Götzen in Form einer Ziege verehrt.
(de ROSA, 227)

Der Name wird als Verballhornung von Mahumet (Muhammed) gedeutet. Oder Baphomet stamme von abufihamat, im maurisch-spanischen Sprachraum bufihimat ausgesprochen, was "Vater des Erkennens" bedeutet. "Vater" bedeute im Arabischen auch "Quelle" oder "Urgrund", in sufischer Terminologie meint das "Haupt der Erkenntnis" die geistige Tätigkeit des Menschen. Der Baphomet sei demnach ein Symbol für den vollendeten Menschen.
(Idries Schah, Die Sufis 1976, 198f., n. BIEDERMANN, 80)
Eine weitere mögliche Erklärung sei, daß der bärtige Männerkopf eine Verkörperung der dunklen, chthonischen Seite des "Großen Männlichen" sein könne, welche vom Christentum ebenso wie die Seite des "Großen Weiblichen" weitgehend abgelehnt worden ist.
(ZACHARIAS, 104)

1307 fand man im Temple, dem Pariser Ordenshaus der Templer, die silberne Büste einer Frau. Im Inneren dieses Reliquiars fanden sich zwei Schädelknochen einer ziemlich kleinen Frau, welche jeweils in weißes Linnen und zusammen in rotes Tuch eingewickelt war. Ein daran befestigtes Schild war mit Caput LVIIIm beschriftet. Ein Templer bestritt im Verhör einen Zusammenhang mit dem männlichen Kopf der Rituale und sein Zweck ist ebenso ungeklärt wie der Sinn der Beschriftung (Kopf 58m, wobei das m auch als astrologisches Zeichen für Jungfrau lesbar sei).
(LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, Nach einer in verschiedenen Versionen erzählten Geschichte war ein Tempelritter, ein Herr von Sidon, in eine Dame aus Maraclea verliebt.
Diese verstarb und der unglückliche Ritter schlich sich in der Nacht nach der Bestattung zu ihrem Grab, exhumierte sie und schändete sie. Da befahl ihm eine Stimme, nach neun Monaten wiederzukommen, er werde einen Sohn vorfinden. Der Herr von Sidon gehorchte, öffnete zu der angekündigten Zeit das Grab und fand auf den Oberschenkelknochen des Skeletts seiner Dame einen Kopf. Wieder vernahm er die Stimme, welche ihm auftrug, den Kopf wohl zu hüten, er sei der Spender aller guten Dinge. Der Herr von Sidon nahm den Kopf an sich und hatte an ihm einen guten Geist, der sogar die Feinde des Herrn vernichtete, wenn der ihnen den Kopf entgegenhielt. Hernach sei der Kopf in den Besitz des Ordens gekommen.
(LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 73f.)

Die im Templerprozeß erwähnte Legende vom sprechenden Kopf, von einer nekrophil geschändeten Jungfrau Yse geboren (G. de Sède, Die Templer etc., Berlin 1962, S. 115), stammt von den Sabiern und ist im 2. Buch, Kap. 12 des Picatrix enthalten." (BIEDERMANN, 347) Die Sabier waren eine später auch als Elkesaiten bezeichnete halbchristliche Sekte, welche von den Muslimen seit Mohammed als Inhaber einer Offenbarung anerkannt wurden. "Es handelte sich jedoch um syrische Gnostiker, die einem ausgeprägten Gestirnskult und magischen Riten huldigten. Den Planetengeistern wurden hier [in Carrhae, Mesopotamien] wohl bis ins 9. Jh. Menschenopfer dargebracht. Die Sabier sollen Pilgerzüge nach Ägypten, zu den Pyramidengräbern von Agathodaimon und Hermes Trismegistos unternommen haben."
(ebd., 378)
Yse soll sich mglicherweise von Isis ableiten. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 74) Möglich sei auch eine Beziehung des Kopfes zur Alchimie und das Haupt des Baphomet deute auf die Phase im alchimistischen Verfahren, welche caput mortuum (Totenkopf) genannt wird und dem Zustand der Schwärzung (nigredo) entspreche, welche vor der Ausfällung des Steins der Weisen eintrete.
(LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 72)

Oder es handelte sich um den Kopf des Hugo von Payens, dessen Wappenschild bezeichnenderweise drei schwarze Köpfe auf goldenem Grund zeigte.
(LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 72)
Auch ein Zusammenhang von Kopf und Turiner Grabtuch sei denkbar. Dieses habe sich zwischen 1207 und 1307 im Besitz der Templer befunden und wenn man das Tuch in bestimmter Weise zusammenfalte, käme ein Kopf zum Vorschein. Ein Indiz zur Bestätigung dieser These könnte eine im Ordenshaus von Somerset, England, gefundene Kopfdarstellung sein, welche der des Turiner Grabtuches verblüffend ähnele.
(LINCOLN, BAIGENT, LEIGH, 72f.)
Weiter sei auch an einen Bezug zum abgeschlagenem Haupt Johannes des Täufers zu denken, denn die Lehren der Täuferbewegung oder der Mandäer hätten wenigstens partiell unter den Ordensmitgliedern Anklang gefunden. (LINCOLN, BAIGENT, LEIGH,)

Der Baphomet wurde auch als ein sprechender Kopf gedeutet, wie beispielsweise Albertus Magnus oder Papst Sylvester II. einen besessen haben sollen
(BIEDERMANN, 80).
Nach Guido von List (einer der Wegbereiter der okkulten Ideologie hinter dem Nationalsozialismus) war der Baphomet hingegen kein sprechender Kopf, sondern das Malteserkreuz, welches ein gnostisches Zeichen und ein hochheiliges ario-germanisches Symbol sei, das aus zwei übereinandergelegte Swastiken, gegen und mit dem Uhrzeigersinn, gebildet sei.
(GOODRICK-CLARKE, 59)